Nachgefragt

Christiane Wiese im Gespräch

Wie beschreibst du deinen Zugang zur Rhythmik?

Die Rhythmik nutzt einen im Menschen angelegten, natürlichen Weg des Lernens: mit unserem Körper, unseren Sinnen, durch Bewegung vielfältige Erfahrungen sammeln, mit ihnen umgehen, sie in Beziehung setzen, Schlüsse daraus ziehen und eigenschöpferisch handeln. Musik wird nicht nur gehört, sondern mit dem ganzen Körper gefühlt, gespürt, bewegt, gesehen, erfahren und gestaltet. Das ermöglicht tiefe und nachhaltige Erfahrungen, die Menschen jedes Alters begeistern und berühren können.

Was ist für dich das Besondere bei der rhythmischen Arbeit?

Das Besondere ist für mich, dass Musik durch die Rhythmik für jeden individuell plastisch, räumlich, greifbar wird. 

In welchen Arbeitsfeldern bist du aktuell tätig?

Ich unterrichte an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden Rhythmik für Lehramt Musik, gebe in Leipzig Musikkurse in Kitas und Weiterbildungen für ErzieherInnen, unterrichte privat Gesangs- und Klavierschüler, leite einen Grundschulchor und zwei Erwachsenenchöre und singe Konzerte, vor allem im Bereich Alte Musik. 

Mit welcher Alters- und Zielgruppe arbeitest du überwiegend?

Kinder und Erwachsene

Welche Elemente und Leitlinien spiegeln dich und deine Arbeit wieder?

Es gibt keine „unmusikalischen“ Menschen. Durch die Arbeitsweise der Rhythmik kann ich überall ansetzen und bei jedem Entwicklungsprozesse anregen – sowohl auf elementarstem als auch auf künstlerisch hoch anspruchsvollem Niveau. Beides ist gleich wertvoll.

So ziemlich alles kann Musik sein oder werden. Es kommt auf unsere Wahrnehmung an und darauf, was wir Bedeutung geben. 

Der menschliche Körper ist ein faszinierendes Ausdrucksmittel mit unglaublich vielen Facetten, die es zu entdecken gilt.

Wofür möchtest du gerne gesehen und angesprochen werden?

Als Expertin für einfache, wirksame Methoden, wie man mit JEDEM Musik machen kann. 

Was möchtest du gern ins Leben rufen?

Ich wünsche mir, dass sowohl in Familien, Kitas, Schulen und im Erwachsenenbereich Musik und Bewegung ganz selbstverständlich genutzt werden.